7. Grussformeln und mehr über die Aussprache

Zur Aussprache von ue, üe und ie
Zum Verbindungs-N

Formell

GrussGrüezi!
Guete Morge!
Gueten Obe / Abig!1Dies sind die zwei häufigsten Formen von Abend, doch es gibt auch weitere Varianten, wie Karte 79 aus [1] illustriert.
AbschiedUf Wiedersee! / Uf Wiedergsee! / Uf Wiederluege!
Adje! / Ade!2Vgl. frz. Adieu!

Wenn man sich an mehr als eine Person gleichzeitig richtet, kann man all diese Formen um das Wort mitenand (miteinander) erweitern, z.B.: Grüezi, mitenand!

Informell

Gruss Hallo!
Hoi!
Sali! / Salü!3Vgl. frz. Salut!
Abschied Tschüss!

Wenn man sich an mehr als eine Person gleichzeitig richtet, kann man all diese Formen um das Wort zäme (zusammen) erweitern, z.B.: Hoi, zäme!

¹Obe / Abig: Dies sind die zwei häufigsten Formen von Abend, doch es gibt auch weitere Varianten, wie folgende Karte [1] illustriert:
²Vgl. frz. Adieu!
³Vgl. frz. Salut!

Zur Aussprache von ue, üe und ie

Auf D-StdDt versteht man ue als eine alternative Schreibweise von ü4Interessanterweise ging das moderne ü-Zeichen aus der Sitte hervor, ue platzsparend als u mit einem kleinen e darüber zu schreiben. In Sütterlin-Handschrift besteht das e aus zwei paralellen vertikalen Strichen, die sich schliesslich in die zwei Pünktchen im modernen ü verwandelten., während üe gar nicht existiert.

Auf CHDt steht ue nicht für den Laut [y] (ü), sondern es werden die Laute [u] und [ə] nacheinander ausgesprochen, wobei der [ə]-Laut deutlich kürzer ist.

Ähnlich wird bei Grüezi ein kurzer ⁠[ə]-Laut nach dem [y]-Laut ausgesprochen.

Ähnlich wird bei ie ein kurzer ⁠[ə]-Laut nach dem [i]-Laut ausgesprochen. Beispiel: lieb (lieb) statt Liib (Leib).

Interessanterweise ging das moderne ü-Zeichen aus der Sitte hervor, ue platzsparend als u mit einem kleinen e darüber zu schreiben. In Sütterlin-Handschrift besteht das e aus zwei paralellen vertikalen Strichen, die sich schliesslich in die zwei Pünktchen im modernen ü verwandelten.
Sütterlin-Vokale:
Sütterlin-Umlaute:

Zum Verbindungs-N

Ein abschliessendes -n entfällt in den meisten schweizer Mundarten, vor allem in der Endung -en (chaufe statt kaufen, schriibe statt schreiben, usw.). Daher heisst es Guete Morge.

Doch wieso heisst es Gueten Abig? Weil das n hier verwendet wird, um einen glottalen Verschluss zwischen guete und Abig zu vermeiden. Dieses Phänomen existiert auch in anderen Sprachen, z.B. in nichtrhotischen5English Dialekte werden als rhotisch bezeichnet, wenn der Buschtabe /r/ in jeder Wortposition ausgesprochen wird. Die Standardsprache Englands (Received Pronunciation [2]) ist nicht-rhotisch. englischen Dialekten [3] und im Französischen [4]. Die meisten Muttersprachler tun es, ohne sich dessen bewusst zu sein, aber wenn man einmal genau hingehört und sich dessen vergegenwärtigt hat, kann man es nie mehr ignorieren.

Es folgt ein Beispiel, bei dem sogar ein ursprünglich nicht existierendes n aus dem Nichts auftaucht, um den glottalen Verschluss zu überbrücken:

Alles, was ich will.Standarddeutsch
Alles, wo ich will.nicht exklusiv alemannische Variante
Alles, woni will.Schweizerdeutsch
English Dialekte werden als rhotisch bezeichnet, wenn der Buschtabe /r/ in jeder Wortposition ausgesprochen wird. Die Standardsprache Englands (Received Pronunciation [2]) ist nicht-rhotisch.

Quellen

  1. Kleiner Sprachatlas der deutschen Schweiz
  2. Received Pronunciation
  3. Linking and intrusive R
  4. Liaison en français

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